Seit dem 01. Januar 2019 gibt es in der Erzdiözese Freiburg insgesamt 8 Modellstellen für Ehrenamtskoordination bzw. Ehrenamtsmanagement, die auf zunächst vier Jahre in ihrer jeweiligen Seelsorgeeinheit das bestehende Ehrenamt vernetzen und unterstützen sollen. Dabei soll es nicht darum gehen, die Ehrenamtlichen durch ein neues Management einzuschränken, sondern es wird in den Blick genommen, dass die Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen und das Ehrenamt selbst kein Selbstläufer sind. Gerade in der Kirche und für eine lebendige Gemeinde vor Ort sind ehrenamtliche Mitarbeitende unverzichtbar und Ausdruck eines urchristlichen Kirchenbildes.
Ehrenamtskoordination zielt nun also darauf ab, dass die Menschen mit ihren Begabungen die richtige Aufgabe finden und andersherum. Dies ist oft eine Suche bzw. ein Finden und Entfalten der eigenen Berufung, begleitet und unterstützt von außen. Dabei schwingt auch das Thema bestimmter Standards und Qualität mit, die es im Umgang mit dem Ehrenamt braucht und die eine gewisse Wertschätzung für das Ehrenamt zeigen; das sind beispielsweise Themen des Erstkontaktes, der Begleitung und Rückmeldung, sowie des Dankes und der Verabschiedung. Ehrenamtskoordination zur planvollen Sicherung guter Rahmenbedingungen für Ehrenamtliche vor Ort kann durch eine hauptamtliche Person wahrgenommen werden, ebenso aber auch durch Engagierte vor Ort, die als Multiplikatoren die Thematik in ihre Gremien, Gruppen und Gemeinden tragen. So bietet etwa die Erzdiözese regelmäßig einen Basiskurs Ehrenamtskoordination für Haupt- und Ehrenamtliche an.
Die Modellstelle in Sigmaringen legt einen Schwerpunkt auf die Begleitung und Stärkung des Ehrenamts in der Seelsorgeeinheit Sigmaringen. Wie kann das Ehrenamt gestärkt und gewürdigt werden. Was sind die Halte-und Bindekräfte der jeweiligen Personen? Wie können neue Mitmacher im Ehrenamt gewonnen werden? Qualifizierung und Wertschätzungsthemen sowie eine Dankeskultur für die Sigmaringener Ehrenamtlichen zu entwickeln. Kurzfristig kann es auch sein, dass die Ehrenamtskoordinatorin bei Projekten mit tätig ist. Vor allem in Bezug auf das Projekt 72 ist das keine Doppelung sondern eine Unterstützung, die man sich als „zeitliches“ Tandem sehen kann. Ein festes Projekt ist die Kooperation zwischen der Ev. Kirche, der Diakonie und der Caritas Sigmaringen. Es wird ein Ladenprojekt entstehen in dem man Kleidung kaufen kann, Kaffe trinken kann sowie auch gegebenenfalls eigene Kleidung waschen kann. In diesem Projekt besteht die Aufgabe der Ehrenamtskoordinatorin, MitarbeiterInnen zu finden, zu begleiten, zu qualifizieren, zu Couchen, zu zuhören und auch gegebenenfalls zu verabschieden.
Ein Trend im Ehrenamt geht stärker hin zu projekthaftem und eher kurzzeitigem Engagement mit hoher Eigeninitiative, ein anderer Perspektivenwechsel liegt darin, dass der Fokus nicht mehr so sehr auf der zu besetzenden Stelle liegt, sondern auf den Ressourcen und Begabungen eines Menschen. Bei diesen Prozessen wird auf Methoden des Freiwilligenmanagements aber auch der Organisationsentwicklung zurückgegriffen, um das Ehrenamt zu stärken und eine Kultur der Wertschätzung und Förderung zu etablieren.
Unsere Ehrenamtskoordinatorin
steht Ihnen für Fragen gerne zur Verfügung.
Feste Sprechstunde ist donnerstags zwischen 15.00 bis17.00 Uhr